Inhalt: 
Dieser Dokumentationsartikel erklärt, was Remotedebugging ist, wieso die Durchführung gegebenenfalls nötig ist und wie man es einrichtet.

THEMENVERZEICHNIS


Lesezeit: ca. 10 - 30 Minuten


Einleitung


Es kann vorkommen, dass wir Schwierigkeiten bezüglich unicorn 2 nicht mit Programmen und Tools wie TeamViewer, AnyDesk oder einer RDP-Verbindung lösen können.

In diesem Fall bitten wir Dich, ein Remotedebugging einzurichten.

Nachstehend erklären wir Dir, um was es sich dabei handelt, welche Unterschiede zu Fernwartungsprogrammen bestehen und wie Du das Remotedebugging einrichten kannst. 


Remotedebugging


Unter dem Begriff Remotedebugging versteht man, dass der Hersteller einer Software (bzw. dessen Entwickler) Zugriff auf das Programm direkt beim Anwender bekommen.



Die Unterschiede


Der große Unterschied zu Fernwartungsprogrammen wie Teamviewer, AnyDesk, RDP etc. ist jedoch, dass hier kein Zugriff auf den Monitor, die Tastatur und die Maus stattfindet, sondern dieser viel tiefer geht.
Der Entwickler kann live in das Programm sehen, während es läuft.
Damit ist es möglich zu erkennen, wieso intern während der Ausführung etwas nicht so läuft, wie es gewünscht ist.
Dies ist oftmals nötig, wenn ein Fehler nicht beim Entwickler selbst reproduziert werden kann, beim Dir als Kunden jedoch reproduzierbar auftritt.



Die Einrichtung


Remotedebugging Tools installieren

Lade Dir als erstes die Microsoft Remotedebugging Tools von der Microsoft herunter.

Wir von marcos software benutzen intern die Entwicklungsumgebung Visual Studio 2017 von Microsoft, insofern sind die von Dir benötigten Installer hier zu finden: 

Achtung: 
Microsoft bietet Dir hier 3 Versionen an, je nachdem welchen Prozessor Du in Deinem Server, auf dem unicorn 2 läuft, eingebaut hast. In der Regel benötigst Du die Version x64. 
(Anwender von ARM Chips und (älteren) 32 Bit Prozessoren wissen dies in der Regel und wählen dann die Version x86 aus).


Führe diese nun mit einem Rechtsklick und der Option Als Administrator ausführen aus.

Das Bild zeigt die Dateiübersicht innerhalb eines Ordners in Windows.

(Im Sinne der Barrierefreiheit: Das Bild zeigt die Dateiübersicht innerhalb eines Ordners in Windows.)


Du musst nun im Installer dem Lizenzvertrag von Microsoft zustimmen und danach diesen installieren.


Remotedebugging Tools konfigurieren und starten

Suche nun im Startmenü von Windows nach dem Eintrag Remote Debugger und starte diesen wieder erneut mit einem Rechtsklick und der Option Als Administrator ausführen.

Gegebenenfalls fordert Dich Windows nun auf, Freigaben für die Firewall einzurichten.
Hier sind bereits alle Einstellung richtig vor eingestellt, sodass Du nun nur per Button unten die Freigaben einrichten lassen musst.

Möglicherweise fordert Dich Windows nun zu einem Neustart auf.

Ist dies der Fall, führe diesen nun bitte aus und öffne danach erneut wie zuvor den Remote Debugger mit Adminrechten.


Hat alles geklappt, siehst Du nun ein Fenster mit einer Zeile.

In dieser steht unter Beschreibung unter anderem Dein Servername und danach ein Doppelpunkt und eine Zahl.
Das ist der Port, den Du nun im nächsten Schritt in der Firewall freigeben sowie im Router als Portweiterleitung eintragen musst.

Dieser ist im Standard der Port TCP 4022


Router und Firewall konfigurieren

Abschließend musst Du Deinen Router (und gegebenenfalls die darin liegende Firewall sowie auch weitere von Dir eingesetzte Firewalls) so konfigurieren, dass diese den TCP Port aus dem vorherigen Schritt (im Standard TCP 4022) freigeben.

Das ist je eingesetztem Router und Firewall anders, von daher können wir hier keine allgemeine Anleitung abbilden.
In der Regel liefert der Hersteller des Routers / der Firewall aber eine Dokumentation mit aus (ggf. auch nur online), in dem die Schritte erklärt sind.

Hier findest Du ein Beispiel für eine gängige FRITZ!Box.


Der nächste Schritt ist nun die Einrichtung einer Portweiterleitung.

Der Hintergrund: wenn sich unser Supporter nun von außen (sprich von uns aus) über das Internet zu Dir verbinden möchte, hat er von Dir nur die IP. Damit gelangt er zu Deinem Router. Damit der Router aber nun weiß, an welchen Server im Netzwerk er die Anfrage nun weiterleiten soll, ist die Portweiterleitung nötig.


Auch dieser Schritt ist je eingesetztem Router anders, von daher können wir auch hier keine allgemeine Anleitung abbilden. In der Regel liefern der Hersteller des Routers aber eine Dokumentation mit aus (ggf. auch nur online), in dem die Schritte erklärt sind. Suche hierzu am besten beim Hersteller nach Port Weiterleitung oder auch Port Forwarding.

Hier findest Du ein Beispiel für eine gängige FRITZ!Box.

Falls DU Dich wunderst, das ist derselbe Link wie oben, da man bei dieser FRITZ!Box beides in einem einrichtet.

Das findet man oftmals so bei vielen Herstellern.


Welche Daten muss ich marcos software nun zukommen lassen?

Sobald DU die oben genannten Punkte umgesetzt hast, benötigen wir für die Durchführung des Remotedebuggings  von Dir die folgenden Daten:

  1. Deine aktuelle IP Adresse, mit der Du über das Internet erreichbar bist, nicht Deine lokale IP Adresse.
    Diese kannst Du zum Beispiel hier einsehen: wieistmeineip.de
    Bitte lasse uns wenn möglich Deine IPv4 Adresse zukommen.
    Wenn Du diese nicht ermitteln kannst, geht zur Not auch die IPv6 Adresse.

  2. Einen Windows Benutzernamen Deines Administrator Accounts.

  3. Das zu dem Windows Benutzer zugehörige Kennwort.

  4. Den Port, den Du im Schritt Remotedebugging Tools konfigurieren und starten im Router weitergeleitet hast.

  5. Falls es sich um ein Problem mit einem Marktplatz handelt, dann bitte ebenso die Logindaten zum Händlerbereich des Marktplatzes sowie betroffene Artikelnummern und/oder Bestellnummern.


Eine wechselnde IP


Nicht jeder Hoster erlaubt, private Internetanschlüsse zu gewerblichen Zwecken zu nutzen.
Dies wird leider oft übersehen, ähnlich wie etwa die teilgeschäftlichen Nutzung von privatem Wohnraum im Mietverhältnis oftmals rechtlich problematisch ist.

Daher kann das Szenario auftreten, dass die IP hin und wieder gewechselt wird.

Bitte richte unter diesem Szenario eine dynamische DNS ein.

Sende uns im Anschluss diese eingerichtete DNS (anstatt der wechselnden IP) nebst den anderen oben genannten Daten.



Hinweis:
Die meisten Router (auch Endkundengeräte) unterstützten dies nativ, auch einige Anbieter von DynDNS bieten dies kostenfrei an.
Eine Auflistung lässt sich beispielsweise hier finden.